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Kurs bzw. Glossar zu Typographie, Layout, Schrift ...

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venezianische Renaissance-Antiqua

 

venezianische Renaissance-Antiqua

 

Merkmale:

  1. Die horizontalen Serifen weisen Kehlungen (Einbuchtungen) auf.
  2. Die Gemeinen ragen z.T. über die Oberlänge hinaus.
  3. Die Schriftachse ist bei Rundformen schräg.
  4. Die Mittellänge ist im Verhältnis zur Versalhöhe relativ lang.
  5. Der „Bauch“ des „a“ hängt ziemlich tief.
  6. Die Anstriche der Gemeinen sind keilförmig.
  7. Die Übergänge der Serifen an die Grundstriche sind weich ausgerundet, aber nicht immer ganz symmetrisch.
  8. Der Unterschied zwischen Haar- und Grundstrich ist relativ gering.
  9. Der Querstrich des „e“ liegt schräg.

Die Renaissance-Schriften haben ein kräftiges, gleichmäßiges Schriftbild. Andererseits lassen die Schriften den Eindruck der Unregelmäßigkeit entstehen, da sie noch nicht so geometrisch gleichmäßig konstruiert sind wie z.B. Barock-Schriften. Der Wechselzug erinnert an das Schreiben mit schräg angesetzter Breitfeder. Die Schriften sind gut lesbar durch prägnante, aber nicht aufdringliche Einzelbuchstaben.

Die venezianische Renaissance-Antiqua entstand – wie der Name schon vermuten lässt – gegen Ende der Frührenaissance in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Venedig und ist die Schrift der damaligen Humanisten. Während Gutenberg seine Bibel noch in einer gebrochenen Schrift druckte, lehnte man in Italien alles Gotische als nicht passend zur neuen humanistischen Weltsicht ab. Insbesondere in Venedig konstruierte man neue Schriften, wobei man sich bei den Versalien bewusst an antiken römischen Vorbildern orientierte. Diese ergänzte man um Gemeine, wobei man von der karolingischen Minuskelschrift ausging (fälschlicherweise vermutete man von dieser, es handele sich um eine antike Schrift) und die Buchstaben an die in antiker Tradition stehenden Versalien anpasste. Die Entstehung der ersten Antiqua-Schriften der Neuzeit wurde besonders beeinflusst durch Nikolas Jenson und Aldus Manuzius, die als Schriftschneider bzw. Verleger richtungweisende Schriften konzipierten und veröffentlichten.

Historische Beispiele: Jenson, Feliciano, Cresci, Poliphilus

Vgl. auch Abbildung unter Schrift und Kultur: Renaissance

Übrigens sind die Seiten von typo-info.de in einer venezianischen Renaissance-Antiqua gesetzt, und zwar in der Computerschrift Rosarivo.

Hier in Überschrift und Schriftbeispiel (Kunstwort Ibrane) benutzte Computerschrift: Aldo Manuzio (mit langem „s“)

 

Inkunabel

Francesco Colonna: Hypnerotomachia Poliphili
(vgl. Inkunabel)

icone   Einführung und Grundlagen
Begriff: Typographie
Begriff: Layout
Desktop Publishing (DTP)
Aufgaben von Typographie und Layout
Gute Lesbarkeit
Schlechte Lesbarkeit
Regeln für Typographie und Layout

iconb   Der einzelne Buchstabe
Versalien und Gemeine
Buchstabenteile
Schriftgrundlinie
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Punze
Serife
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Formanteile
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Buchstabenkonstruktion
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iconbb   Zusammenfügungen von Buchstaben
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Proportionalschriften und dicktengleiche Schriften
Unterschneiden
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